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Marienhaus-Vinzentiushaus

                              

Marienhaus

Im Jahr 1888 erwarb Pfarrer Josef Kunz das Anwesen Holzmarkt Nr. 10 für die katholische Kirchengemeinde. Nach einigen Umbauten eröffnete er am 9. Oktober 1888 dort unter dem Namen Marienhaus eine Private Haushaltungsschule mit Internat zur Erziehung und Ausbildung von jungen Mädchen. Schwestern vom Orden der Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus in Gengenbach übernahmen den Unterricht und die praktische Arbeit. Der Orden wurde später Träger des Hauses und eines Kindergartens. Die Schule arbeitete erfolgreich: Die Zahl der Schülerinnen stieg von Jahr zu Jahr. Der Schulbesuch war kostenpflichtig.*

Vinzentiusverein

1897 gründete Stadtpfarrer Josef Kunz den Bruchsaler Vinzentiusverein, eine katholische caritative Einrichtung. Die erste Präsidentin war Anna Zeiser. Sie trug die Verantwortung u.a. für eine Schule für junge Mädchen nach der Schulentlassung, ein Heim für arbeitslose und durchziehende Mädchen, eine Stellenvermittlung für Dienstmädchen, Wohnräume für alleinstehende und bedürftige Frauen, Koch-, Näh- und Bügelkurse sowie eine Wöchnerinnenfürsorge mit Milchausgabe für Säuglinge und Kleinkinder (produziert im Städtischen Gutshof). Die zahlreichen Einrichtungen wurden mit Hilfe von freiwilligen Helferinnen bewältigt. Bald reichten die Räumlichkeiten im Marienhaus für die vielfältigen Aufgaben nicht mehr aus und der Orden plante einen Neubau für die Haushaltungsschule: Sancta Maria in der Hochstraße wurde am 17. August 1908 eingeweiht und die Gengenbacher Schwestern zogen in ihre neue Haushaltungsschule um. Vinzentiushaus Nach dem Wegzug der Schwestern und der Haushaltungsschule übernahm der Vinzentiusverein das Marienhaus. Im Jahr 1912 erwarb er das Anwesen vom Franziskanerorden und benannte es in Vinzentiushaus um. Nun war Platz für viele soziale Einrichtungen, die in jenen Jahren immer dringlicher wurden. Im Ersten Weltkrieg gab es eine Volksküche mit Armenspeisung und ab 1925 einen Kindergarten für 120 bis 130 Kinder, der von vier Schwestern aus dem St. Josef-Haus geleitet wurde. Nach 1933 übernahmen die Schwestern vom Orden Englische Fräulein vielerlei Arbeiten im Vinzentiushaus, dessen Betrieb von NS-Leuten beobachtet wurde. Als man herausfand, dass die Kapelle des Hauses Treffpunkt des verbotenen Schülerbundes Neudeutschland war, nahmen die NS-Machthaber dies zum Anlass, den Vinzentiusverein am 9. Juli 1941 aufzulösen. Das Haus wurde enteignet und die Einrichtung beschlagnahmt. Am 1. März 1945 wurde das Gebäude bis auf die Grundmauern zerstört.

Gasthaus und Hotel

Nach 1945 bekam der Vinzentiusverein das Anwesen zurück. Dieser verkaufte 1955 an die Stadt Bruchsal das Ruinengrundstück, das Nachfahren des Gastronoms Franz Lang, Eigentümer des Gasthauses Zum Goldenen Lamm, Holzmarkt 8, erwarben. Das Goldene Lamm existierte seit 1842; dem Vorgängerbetrieb auf der anderen Seite des Holzmarkts war 1676 die ewige Wirtschafts-Schildgerechtigkeit verliehen worden. 1995 wurde die Gaststätte um eine Hausbrauerei erweitert. Ab 2001 wird Hotel und Gaststätte von einem neuen Inhaber, dem "Maître de cuisine" Christian Hochhaus geführt und zum Drei-Sterne - Hotel modernisiert.

*Der Unterricht, für den laut Werbung inclusive Kost mindestens eine Mark täglich zu zahlen war, war zu teuer für einfache Handwerker oder Arbeiter. Der Wochenlohn z.B. in Badischen Zigarrenfabriken betrug 1897 für Männer 13,27 Mark und für Frauen 8,53 Mark (Boelcke, 1989).


 

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